EU-Parlament sendet klare Botschaft

Das Europäische Parlament sendet eine klare Botschaft aus: Eine harmonisierte obligatorische Kennzeichnung mit Angaben zur Haltbarkeit und der Kampf gegen vorzeitiges Veralten auf EU-Ebene sind der Weg in die Zukunft. Das ist ein wesentlicher Meilenstein. Es geht schwungvoll weiter. Mit BerlinRepair leisten wir gemeinsam einen aktiven Beitrag dafür, dass die Dinge länger nutzbar bleiben.

EU-Binnenmarktausschuss beschliesst pro Reparatur

Der Binnenmarkt-Ausschuss des Parlaments hat eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung des EU-Verbraucherschutzes und zur Verbesserung der Produktsicherheit und Nachhaltigkeit vorgeschlagen.

Ein entsprechender Entschließung für einen nachhaltigen Binnenmarkt wurde am Montag mit 20 Stimmen (2 Gegenstimmen, 23 Enthaltungen) in Brüssel angenommen. Darin fordern die Mitglieder des Binnenmarktausschusses die Europäische Kommission auf, den Verbrauchern ein “Recht auf Reparatur” einzuräumen. Reparaturen sollen demnach attraktiver, systematischer und kosteneffizienter gestaltet werden.

Laut Eurobarometer würden 77% der EU-Bürger ihre Geräte lieber reparieren als sie zu ersetzen und 79% sind der Meinung, dass Hersteller verpflichtet werden sollten, die Reparatur digitaler Geräte zu erleichtern oder Einzelteile zu ersetzen.

Darüber hinaus fordern sie von der Kommission, die Kennzeichnung von Produkten und Dienstleistungen nach ihrer Haltbarkeit zu prüfen (z.B. eine Verbrauchs-Anzeige und klare Informationen über die geschätzte Lebensdauer eines Produkts). Dies würde Märkte für Second-Hand Produkte unterstützen und nachhaltigere Produktionspraktiken fördern. Um den Elektroschrott zu reduzieren, bestehen die Abgeordneten erneut auf einheitliche Ladegeräte.

Um geplanter Obsoleszenz entgegenzuwirken, sollte die Lebensdauer eines Produkts durch Hersteller nicht absichtlich verkürzt werden. Nach Ansicht der Europaabgeordneten müssen Korrekturupdates für bestimmte digitale Geräte während ihrer gesamten geschätzten Lebensdauer fortgesetzt werden und dürfen ihre Leistung nicht verringern.

Ausschreibung für “Reparieren an Schulen”

Schulen entdecken die Reparatur. Reparieren macht neugierig und vermittelt Selbstwirksamkeit. Mit BerlinRepair wollen wir die Schulen einladen, in unserem Netzwerk mitzuwirken. Daher freuen wir uns über die Ausschreibung der der Veolia-Stiftung. Noch läuft die Ausschreibung zum Transfer von “Reparieren macht Schule”.

Ihre Schule möchte sich für Klima- und Ressourcenschutz engagieren? Sie möchten, dass kaputte Dinge repariert statt weggeworfen werden? Sie möchten den Schüller*innen Wissen und Erfahrungen zum Reparieren vermitteln und Eigeninitiative fördern? An Ihrer Schule gibt es ein Team aus Lehrer*in, Schüler*in und Ehrenamtler*in, das eine Reparaturwerkstatt initiieren und betreuen möchte? Die Veolia-Stiftung unterstützt bis zu zehn Schulen bei der Umsetzung ihres Projekts! Wir von Berlinrepair stehen Ihnen gerne mit Rat und Tat zur Seite.

Informieren Sie sich über die Förderbedingungen in der Ausschreibung und bewerben Sie sich über dieses Online-Formular

Jetzt Events für Reparaturkultur veröffentlichen

Mit dem Netzwerk BerlinRepair wollen wir die Reparaturkultur im urbanen Raum stärken. In Berlin finden eine Vielzahl von Events statt, die sich mit Reparaturkultur oder ähnlichen Themen befassen. Wir bieten allen Akteuren, die Gelegenheit, auf unserer Seite eigene Veranstaltungen kostenfrei zu veröffentlichen. Nutzen Sie diese Gelegenheit, Ihre Veranstaltung für Reparaturkultur einer großen Öffentlichkeit bekanntzumachen.

OMAs Café lädt BerlinRepair ein

Wir suchen schon lange für BerlinRepair einen zentralen Ort als “RepairCaféteria“, an dem wir uns austauschen und begegnen können. Dort wollen wir uns im Netzwerk kennenlernen, Dinge gemeinsam reparieren und zu Gesprächen und Events rund um urbane Reparaturkultur einladen. Das Spendencafé OMAs Café (Nähe Jannowitzbrücke, Holzmarkt, Ostbahnhof) ist von dieser Idee begeistert und lädt BerlinRepair ein, diese schöne Location als RepairCaféteria zu nutzen.

Wir werden uns am 17.11.2020 um 16 Uhr zu einem offenen Workshop in OMAs Café treffen. Wir laden alle Akteure der RepairCafés und urbanen Reparaturkultur herzlich ein, sich an diesem Workshop zu beteiligen. Bitte kommt mit dazu und bringt Euren Ideen, Anregungen und Wünsche in den Gestaltungsprozeß mit ein. Bitte beachten: Wir berücksichtigen bei unseren Veranstaltungen das Corona Schutz- und Hygienekonzept von BerlinRepair.

Zum Workshop anmelden

Corona – bitte beachten

Im Rahmen unserer Arbeit für den Aufbau von BerlinRepair beachten wir das Corona-Schutz- und Hygienekonzept. Wir bitten alle Partner und Mitwirkenden im Netzwerk herzlich darum, die sich aus der Corona-Pandemie ergebenden Anforderungen ernst zu nehmen und konsequent auf die Einhaltung der Schutz- und Hygieneanforderungen zu achten. Bleiben Sie gesund!

Veolia Stiftung fördert Aufbau der Leitstelle

Im Rahmen des Gesamtvorhabens Berlinrepair – Netzwerk für nachbarschaftliche Reparaturkultur soll im Haus der Materialisierung „HDM“ die Leitstelle entstehen. Dies sind zwei Räume für Seminar- und Bürotätigkeit mit insgesamt 50 qm, die komplett zu renovieren und für die Nutzung herzurichten sind. Die meisten dafür erforderlichen Mittel wie Laminat, Trittschallschutz und Farbe werden ebenso wie Möbel kostenfrei über ebay etc. beschafft.

v.l.n.r. Stefan Schridde (MURKS? NEIN DANKE! e.V.) und Antoine Driancourt (Veolia Stiftung)

In den Jahren 2020 und 2021 soll am Standort HDM ein Team für die zentrale Koordinierung von BerlinRepair aufgebaut und etabliert werden, dass sich aus TeilnehmerInnen im Ökologischen Bundesfreiwilligendienst „ÖBFD“ der Stiftung Naturschutz Berlin, Honorarkräften und Freiwilligen zusammensetzt (Jetzt bewerben).  Aufgaben der Leitstelle sind der Aufbau neuer RepairCafes, ein interner Erfahrungsaustausch, eine solidarische Entlastung, der Aufbau von Initiativkreisen, das Einbinden von Partnern, die Gewinnung kommunaler Unterstützung und die Interessenvertretung sein.

Wir danken der Veolia Stiftung herzlich für diese finanzielle Anerkennung unseres Engagements.

Wenn die Reparatur an der Schnittstelle scheitert

Nicht-zertifizierten Reparaturwerkstätten machen es die Hersteller gerne schwer, bestimmte Komponenten auszutauschen. Das geschieht beispielsweise durch softwareseitige Sperren oder einfach durch fehlende Verfügbarkeit von Originalbauteilen auf dem freien Markt. Damit wird der geplante Obsoleszenz von Dingen erneut Vorschub geleistet. In dem Artikel “Recht auf Reparieren: Neues Urteil zwingt Autohersteller zur Kooperation” werden neue Entwicklungen in der Autoindustrie dargestellt. Wie sind Ihre Erfahrungen dazu? Was können wir in Berlin tun, um diesem Treiben der Hersteller ein Ende zu setzen? Wir freuen uns auf Ihre Kommentare.

Eintrag vorschlagen

Wir wollen auf Akteure der Reparaturkultur in Berlin aufmerksam machen und auf deren Angebote und Engagement hinweisen. Fehlt ein Eintrag (z.B. RepairCafé, Werkstatt, Schule)? Wollen Sie mit Ihrem Engagement und/oder Unternehmen aufgenommen werden? Wollen Sie einen Eintrag vorschlagen. Bitte wirken Sie mit. Sie können Einträge einreichen und vorschlagen.

Werben in der Nachbarschaft

Dinge sollten länger nutzbar bleiben. Urbane Reparaturkultur verdient daher mehr deutlich mehr Aufmerksamkeit. Um diese zu stärken, ist stete Öffentlichkeitsarbeit wichtig. Wir sind daher auf vielen Kanälen präsent und aktiv. Für RepairCafés haben wir die Werbekarte entwickelt. So ist gute Werbung einfach wirksam und leicht umzusetzen.

Doch persönliche Nähe und Dialog sind ebenso wichtig. Wir sollten als Stadtgesellschaft das ehrenamtliche Engagement in RepairCafés aktiv begleiten und urbane Reparaturkultur stärken. Dafür bitten wir Sie um Ihre aktive Mitwirkung. Bitte unterstützen Sie BerlinRepair und RepairCafés in der Nachbarschaft. Die besten Botschafter in der Nachbarschaft sind Sie. Sie können über Ihre Möglichkeiten hier [Unterstützen im Kiez] mehr darüber erfahren.