Nachhaltigkeit bei der Herstellung von Hüten

 

In früheren Jahrhunderten war die Herstellung von Kleidung reine Handarbeit und die einzelnen Stücke waren so qualitativ hochwertig, dass sie Jahrzehnte lang getragen, immer wieder ausgebessert und oft sogar an zukünftige Generationen weitervererbt wurden. Mit der Verbreitung der so genannten Fast Fashion – billige Produkte, die unter oft menschenunwürdigen Umständen im Ausland produziert werden – geht natürlich auch ein Qualitätsverlust einher. 

Die Konsumenten sind heute nicht mehr bereit, für ein Kleidungsstück das zu zahlen, was es tatsächlich kostet, wenn es zu fairen Preisen und aus hochwertigem Material hergestellt wäre. Heute ist man bereit, für einen Namen und eine Marke mehrere hundert Euro auszugeben, während die Materialbeschaffenheit, Verarbeitung und die Herstellungsumstände eher zweitrangig sind. 

Momentan erleben wir einen Bewusstseinswandel!

Ich bin seit 1992 Hutmacherin und fertige die unterschiedlichsten Kopfbedeckungen, klassischer Weise aus Stroh oder Filz. Filzhüte werden schon seit Jahrhunderten meist aus Biber, Kaninchen, Hasen oder Schafhaaren hergestellt. Im Zuge der industriellen Fertigung und Massenproduktion hat das Schurrrverfahren vor allem der beliebten Merinoschafe fragwürdige Formen angenommen. 

Das sogenannte Mulesierung  Scheerverfahren (nach John W. H. Mules) wird das Entfernen der Haut rund um den Schwanz von Schafen ohne Schmerzausschaltung bezeichnet. Es ist ein in Australien gebräuchliches Verfahren, um einen Befall mit Fliegenmaden (Myiasis) zu verhindern.

Wusstet Ihr das? 

Für mich war es ein Schock, das zu erfahren, denn ich hatte seit einigen Jahren eine Hutproduktion für die von mir entwickelten Tomcaps aufgebaut.  Aus Verantwortung den Tieren gegenüber und als Zeichen an die Produktion auf andere Verfahren umzustellen, entschied ich meine Produktion zu beenden. Seitdem liegt mein Fokus wieder auf der Einzelanfertigung und vor allem der Reparatur von Hüten.

Wusstet Ihr dass  sich aus guterhaltenen „alten“ Hüten auch „neue“ fertigen lassen. Ein Wärmewert, der so erhalten bleibt und von der jungen Generationen weitergetragen werden kann…

Also schaut Euch die Hüte Eurer Ahnen zweimal an…vielleicht lässt sich was Neues draus machen!!!

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